zur Startseite Patientenfragen
Herzmuskelerkrankungen
 

Bitte beachten Sie: 
Diese Ratschläge gelten keinesfalls als endgültige Therapiehinweise. Sie sollen für Sie außer allgemeiner Information nur einen Anhaltspunkt bieten, wann Sie sich spätestens an Ihren Hausarzt bzw. Kardiologen wenden sollten!

Körperliche Schonung bei Myokarditis - wo ist die Grenze?
10.05.05

 

 

 

 

 

Ich bin 25, stark übergewichtig, weiblich, leide seit 1998 am systemischen Lupus erythematodes (SLE; Anm. d. Red.: Autoimmunerkrankung betr. in erster Linie Haut, Blutgefäße, Nieren und Gelenke) - bisher ohne Organbeteiligung. Im November bekam ich eine Erkältung und kurz darauf besonders beim Einatmen Schmerzen im Thorax. In der Notaufnahme wurde eine Interkostalneuralgie festgestellt (wurde zwei Wochen später wieder "zurückgenommen"). Es wurden im EKG keine Veränderungen gesehen.

Nach weiteren zwei Wochen (die Beschwerden hatten sich zu einem erheblichen Teil gebessert) bekam ich extreme Schmerzen im Brustkorb, sodass jeder Atemzug schmerzte, ich nicht liegen konnte und erst recht nicht schlafen. In der Notaufnahme wurde sogleich ein EKG gemacht und diesmal hat man Veränderungen festgestellt.

Ich kam ins Krankenhaus. Dort kam heraus, dass ich eine zunächst trockene und anschließend feuchte Rippenfellentzündung, eine trockene Herzbeutelentzündung und eine Herzmuskelentzündung hatte. Zudem hatte ich durch meine geschwächte Immunabwehr (durch SLE und Medikamente) den Keim Hämophilus parainfluenza in massivem Maße in mir. Ob die Entzündungen vom Lupus selbst oder durch den Keim ausgelöst wurden, konnte nicht endgültig geklärt werden, da zwar die Lupus-Werte (ANA und dsdna) leicht angestiegen waren, aber die Beschwerden bei Antibiotika-Therapie abgeklungen sind. Insgesamt wurde eher der Keim als Ursache vermutet.

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Mir wurde körperliche Schonung und Voltarentherapie verordnet. Aber wie weit geht körperliche Schonung?
In den ersten zwei Wochen hatte ich praktisch Bettruhe (Krankenhaus), aber nach der Entlassung?
Klar ist: kein Sport, aber wie sieht es aus mit alltäglichen Arbeiten aus: Wäsche aufhängen, Staubsaugen, Treppensteigen und letztendlich auch zwischenmenschliche körperlichen Anstrengungen (Sex)?
Ich soll in zwei Wochen zur Kur - darf ich da überhaupt beispielsweise Wassergymnastik mitmachen oder Krafttraining (hatte ich in der letzten SLE-Kur)?
Gibt es einen Puls- oder Blutdruckwert, den ich möglichst nicht überschreiten sollte?

Der Cardiologe:

 
Sie haben tatsächlich eine offene Frage angesprochen: Man sollte
sicher sein, dass vor Anstrengungen die -vermutete- Entzündung
des Herzens vollständig abgeklungen ist. Hierfür sollte eine
Konstanz des EKGs sowie ein unauffälliger Echo- und regelrechter Laborbefund gefordert werden.
Größenordnung wäre etwa 1/4 bis 1/2 Jahr. In dieser Zeit würde ich ein normales aber ruhiges Leben mit allen Notwendigkeiten führen, aber größere körperliche und insbesondere zusätzliche "mutwillige" Anstrengungen unterlassen. Was Sie daraus machen ist letztendlich Sache und Ermessen des Einzelnen.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)
26.06.2002

Seit 12 Jahren nehme ich (jetzt 40Jahre, 160cm, 66kg) bereits wegen Sinustachykardie Betablocker ein. Seit letzten Sommer habe ich nun zusätzlich zum Herzrasen, hohen Ruhepuls regelmäßig Angina-Pectoris-Anfälle, Schwindel und Luftnot, weshalb ich im Dezember dann zu meiner Internistin, die mich seit 12 Jahren behandelt, gegangen bin. Am Ende des Belastungs-EKGs bin ich dann fast kollabiert. Da das EKG Störungen aufwies, hat sie mich umgehend an die Unikardiologie Düsseldorf überstellt. Nach Ausschöpfung aller ambulanten, nicht-invasiven Möglichkeiten wurde ich dann stationär zur Abklärung der starken Herzbeschwerden zu insges. 3 Herzkathederuntersuchungen (Links-/Rechtskath., Biopsie mit weiterem Rechtskath.) in unserer Unikardiologie aufgenommen. Nun ist der Klinikbericht gekommen und benötige dringend Hilfe/Infos dazu. Diagnosen: Ausschluß koronarer Makroangiopathie, H C M DD Myokarditis, labile arterielle Hypertonie, Hyperlipoproteinämie.

EKG: Sinusrhythmus, Linkstyp, T-Negativierung in III, V1-V5, verzögerte R-Progression über Vorderwand; Ergometrie: Abbruch w/ beginnender AnginaPectoris, Dyspnoe, Schwindel, Aszendierende ST-Streckensenkung V6

0,6mV; Herzfrequenzvariabilität: deutlich erniedrigt; Katheder: Relaxationsstörung der Vorderwand, Hypertrophie, somit Verdacht auf Ischämie bei Hinweis auf Herzmuskelerkrankung, Hinterwand sehr stark trabekularisiert, H C M, keine Aorteninsuffienz, vermehrt geschlängeltes Koronargefäßsystem ohne signifik. Stenosen, Myokardbiopsien entnommen. Bis zur Besprechung der Biopsie-Ergebnisse (noch 5 Wochen) soll ich nur weiter den Betablocker nehmen und Ruhe (z.Zt. könnte ich ohne Herzbeschwerden noch nicht mal um die Ecke einkaufen und bin seit 10 Wochen krankgeschrieben), sonst nichts; so lange halte ich es nicht mehr aus, nichts Näheres zu wissen, ich bin schon ziemlich verzweifelt. Was ist H C M ?? Dazu kann ich nichts finden. Was bedeutet das für mich, wie wird dies behandelt (Medikamente/OP), welche Prognose gibt es, werde ich wieder ein -einigermaßen- normales Leben (Haushalt, Freizeit, Arbeit) führen können ?

Der Cardiologe:

HCM bedeutet hypertrophe Cardiomyopathie (oder Kardiomyopathie) und bedeutet, daß der Muskel verdickt und krank ist. Es gibt viele mögliche Ursachen, häufig ist dieses angeboren, mit Besonderheiten in der Muskelanlage und dem Muskelstoffwechsel. Die Biopsie ist hier häufig hilfreich.

In unserem Forum haben wir etliche Informationen über Wandverdickung, auch über hcm, hier sollten Sie noch einmal nachsehen.

Wichtig in Ihrem Fall erscheint mir aber, daß Sie sich einen niedergelassenen Kardiologen vor Ort suchen, der insbesondere auch Ihre quälenden Beschwerden unter Berücksichtigung der neuen Befunde behandelt.

Dilatative Kardiomyopathie mit Endokardfibrose 
14.02.2001

Ich bin weiblich und 35 Jahre alt Im Februar 2000 wurde ich mit einer linksseitigen Herzinsuffizenz ins Krankenhaus eingeliefert (Intensivstation). Ich hatte Wasser in der Bauchhöhle, in den Beinen und der Lunge. Dazu wurden Herzrhythmusstörungen festgestellt. Diverse Herzkatheter- Untersuchungen wurden durchgeführt. Zur Abklärung einer Myokarditis wurden Proben entnommen, die jedoch ohne Befund waren. Die Herzrhythmusstörungen sind nicht auslösbar (kein Defilibrator). Bei einem Belastungs-EKG tritt bei 50 Watt nach 20 sek. ein Linksschenkelblock auf. Der Blutdruck ist bei einer Belastung niedriger als im Ruhezustand. Es besteht kein Bluthochdruck (60-100). Therapiert wird mit Xanef, Novodigal und Lasix long. Zusätzlich zur Herzerkrankung besteht, ist noch nicht sicher aber wahrscheinlich, eine primär sklerosierende Cholangitis. Im Verlauf des letzten Jahres wurde ein Stent im Gallengang eingesetzt und nach entsprechender Zeit mehrmals gewechselt. Nach abklingen der Entzündung wurde mir die Gallenblase ende des vorigen Jahres entfernt. Ich bin jetzt ohne Stent im Gallengang. Nun zu meinen Fragen: Kann das Herz durch Ergometer-Belastung trainiert werden? Bei mir steht eine Reha-Maßnahme an. Ist hier eine Besserung meiner Gesundheitsprobleme zu erwarten? Kann ich mit Naturheilverfahren meinen Zustand verbessern.

Der Cardiologe:

Die Trainierbarkeit des Herzens hängt sehr von der Belastbarkeit und dem bisherigen Befund ab. Generell tendiert man heute dazu, eine (geringe) Belastbarkeit und Trainierbarkeit für fast jedes Herz anzunehmen, im Einzelfall ist aber die Kenntnis der Befunde erforderlich. Falls Ihr Zustand durch eine Karditis hervorgerufen wurde kann eine drastische Besserung, teils auch Normalisierung der Herzleistung erfolgen, muss aber nicht. Der Verlauf ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. Biopsien des Myokards können teils weiterhelfen. Ganz wichtig ist die regelmäßige Einnahme der kreislaufstützenden Medikamente. Herzzentren, die sich mit Myokarditis befassen, sind Marburg (Prof. Maisch) und Bad Oeynhausen (Prof. Horstkotte, Frau OA Dr. Piper) und andere. Von "Naturheilverfahren" sind mir in diesem Fall keine therapeutischen Effekte bekannt und belegt. Sie sollten aber viel in der Natur, der frischen Luft und der Ruhe der Natur sein

Kardiomyopathie und Vorhofflimmern
14.02.2001

Ich bin Kardiomyopathiepatient (hyperthroph und nicht obstruktiv) und habe ab und zu Vorhofflimmern. So auch in den letzten Tagen. Meine Frage ist: Kann ein Anfall von Vorhofflimmern durch Stress (seelische Belastung, Ärger) ausgelöst werden? Gibt es wissenschaftliche Studien? Wie ist Ihre persönliche Erfahrung und Meinung?

Der Cardiologe:

Vorhofflimmern kann durch Stress-Hormone (Katecholamine) ausgelöst werden, aber auch spontan auftreten. Das Krankheitsbild ist komplex, wird häufig vererbt, mit sehr unterschiedlichen, genetisch bestimmten Bildern. Der Erhalt des Sinusrhythmus hat hier in der Behandlung eine ganz zentrale Bedeutung, bei Vorhofflimmern kommt es zu drastisch verschlechterter Füllung der dickwandigen und steifen linken Herzkammer. Die derzeit renommiertesten Spezialisten wohl weltweit sind Prof. Kuhn in Bielefeld und Prof. Seggewiss in Schweinfurt. 
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24.08.05